Kreis Minden-Lübbecke

6. Finanzielle Hilfen und Vergünstigungen 94 Finanzielle Hilfe bei Pflegebedürftigkeit Dank des medizinischen Fortschritts steigt die Le- benserwartung – wir leben länger, sind gesünder und mobiler als die Generationen vor uns. Auf der ande- ren Seite erhöht sich mit zunehmendem Alter das Risiko der Pflegebedürftigkeit. Die soziale Pflege- versicherung wurde im Jahr 1995 eingeführt, um die finanzielle Belastung abzumildern, die durch Pflege- bedürftigkeit entsteht. Insgesamt benötigen derzeit etwa 2,7 Millionen Menschen in Deutschland Pflege. Leistungen werden nur auf Antrag gewährt! Um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten, muss zunächst ein Antrag bei der zuständigen Pfle- gekasse gestellt werden. Dabei gilt Pflegekasse ist gleich Krankenkasse. Den Antrag können auch Fa- milienangehörige, Nachbarn oder gute Bekannte für Sie stellen, wenn Sie diese dazu bevollmächtigen. Die Pflegekasse beauftragt den Medizinischen Dienst 6.1 Die Pflegeversicherung der Krankenversicherung (MDK) mit der Begutach- tung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Pri- vat Versicherte stellen den Antrag bei ihrem privaten Versicherungsunternehmen, die Begutachtung er- folgt dort durch Gutachter des Medizinischen Diens- tes MEDICPROOF. Das Begutachtungsverfahren Insgesamt gibt es fünf Pflegegrade, in denen un- terschiedliche Leistungen gewährt werden. Zur Be- stimmung des Pflegegrades betrachtet der Gutach- ter sechs verschiedene Lebensbereiche. Für jeden Lebensbereich vergibt der Gutachter je nachdem, wie viel Unterstützung im Alltag benötigt wird, eine An- zahl von Punkten. Diese Punkte fließen mit unterschiedlicher Gewich- tung in die Gesamtbewertung ein. Der Bereich Selbst- versorgung erhält zum Beispiel eine höhere Gewich- tung als der Bereich Mobilität. Am Ende ergibt sich ein Gesamtpunktwert, nach dem sich der Pflegegrad bestimmt.

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